Empathie

 

Empathie ist die Fähigkeit, die Gefühle, Gedanken und Perspektiven einer anderen Person zu verstehen und nachzuempfinden, oft verbunden mit dem Wunsch, auf diese emotionalen Zustände zu reagieren.

Wir unterscheiden zwischen zwei Formen der Empathie:

  • Kognitive Empathie: Hier versteht eine Person die Gedanken und Gefühle des anderen Menschen, ohne mit ihm mitzufühlen.
  • Emotionale Empathie: Hierbei fühlt eine Person effektiv mit der anderen Person mit und empfindet ähnliche Gefühle.

Empathie wird als positiv gewertet. Sie bildet die Grundlage für zwischenmenschliche Beziehungen, Mitgefühl und soziale Bindung.

  1. Fördert Mitgefühl und Verständnis: Empathie ermöglicht es uns, die Gefühle und Perspektiven anderer Menschen nachzuvollziehen, was zu einem tieferen Verständnis führt. Dies fördert Mitgefühl und hilft, Konflikte zu lösen.
  2. Stärkt soziale Bindungen: Empathische Menschen neigen dazu, stärkere und stabilere Beziehungen zu entwickeln. Diese Bindungen sind oft von Vertrauen und Unterstützung geprägt.
  3. Verbessert die Kommunikation: Empathie erleichtert offene und ehrliche Gespräche, da die Menschen sich sicherer fühlen, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken, wenn sie wissen, dass ihre Gesprächspartner sie verstehen.
  4. Unterstützt das emotionale Wohlbefinden: Indem wir Empathie zeigen, können wir das emotionale Wohlbefinden anderer fördern. Dies kann auch unser eigenes Wohlbefinden steigern, da wir durch das Helfen und Unterstützen anderer positive Emotionen erleben.

Aber:

Gerade die emotionale Empathie ist je nach Situation nicht ganz unproblematisch. Nehmen wir an, wir arbeiten in der Pflege oder in einer Blaulichtorganisation. Wenn ich mich bei jedem Patienten oder Opfer in eine emotionale Empathie gleiten lasse, werde ich sehr schnell ausbrennen. Die emotionale Empathie kostet sehr viel Energie und Kraft. Das meinen betroffene Menschen damit, wenn sie sagen, man darf das Ganze nicht an sich heranlassen, sonst kann man den Beruf nicht mehr ausüben. Auch Menschen, die nicht aus solchen Berufen stammen, können und müssen sich der Empathie entziehen, wenn sie selbst bereits energietechnisch mental auf dem Zahnfleisch laufen, dies aus reinem Selbstschutz und Selbsterhaltungstrieb. Die kognitive Empathie sollte immer vorhanden sein. Ausnahmen bilden hier Personen mit einer Neigung zum Narzissmus, diese interessieren sich grundsätzlich nur für sich selbst.

Leider wird der ansonsten positiv besetze Begriff der Empathie von gewissen Menschen aktuell gerne inflationär und missbräuchlich verwendet. Nur weil ich deine Ideen und Gedankengänge, aus welchem Grund auch immer, nicht teile, heisst das nicht, dass ich keine Empathie habe. Lass dich also von so einer Aussage nicht voreilig ins Grübeln bringen und verunsichern.

Mit dem Instrument der Empathie wird auch gerne von Hilfsorganisationen zum Zweck des Spendensammelns gearbeitet. Mit traurigen Bildern von anderen Kontinenten wird versucht, die kognitive Empathie der Menschen zu wecken und ihre Brieftaschen zu öffnen. Gerne auch einmal etwas spenden, wenn man der Meinung ist, dass es notwendig ist, aber im grossen Ganzen sollte man dieses mit Vorsicht geniessen, da man sonst sehr schnell depressiv und mit einem schlechten Gewissen überfordert wird und zudem in finanzielle Probleme läuft, weil man nur noch am Geld an diese Organisationen transferieren ist.

  • Emotionale Überlastung: Empathische Menschen können sich manchmal überfordert fühlen von den Emotionen anderer. Dies kann zu Stress oder emotionaler Erschöpfung führen, insbesondere wenn sie ständig mit leidenden oder emotionalen Menschen interagieren.
  • Voreingenommenheit: Empathie kann auch zu einer Voreingenommenheit führen, bei der man sich eher mit Menschen identifiziert, die einem ähnlich sind oder mit denen man eine persönliche Verbindung hat. Dies kann zu Ungerechtigkeiten führen, wenn andere, weniger nahestehende Personen übersehen werden.
  • Mangelnde Objektivität: Wenn man zu empathisch ist, kann dies die Fähigkeit beeinträchtigen, objektive Entscheidungen zu treffen. Emotionale Bindungen können die Analyse von Situationen verzerren und zu unüberlegten Handlungen führen.
  • Manipulation: In manchen Fällen können Menschen Empathie ausnutzen, um andere zu manipulieren oder sich Vorteile zu verschaffen, indem sie auf die empathischen Reaktionen anderer zählen.

Beispiel aus meinem Leben. Ich habe einen Hundetrainer, der nicht auf Drill sondern auf Bindung setzt. Zuerst sagte er mir, ich trainiere nicht deine Hundedame, sondern dich. Jedesmal, wenn eine Übung nicht gleich klappt, sagt er, du hast die Verbindung zu deinem Hund in dieser Situation verloren. Er hat Recht, wir haben alles ohne Leckerlis und rumgebrülle geschafft, wenn ich mental bei meinem Hund geblieben bin. Es funktioniert, auch das ist Empathie.

Fazit:

Es ist wichtig, die potenziellen negativen Aspekte zu erkennen und einen gesunden Umgang mit Empathie zu finden.

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